Kontakt    Newsletter    +49(0)89-610991-0
Reise-Blog
arrow_tired
SAM_4317

Dennis Gamlin
travelinspector
Reisedaten
ReisezielArgentinien
AnreiseFlugzeug
Reiseart Kreuzfahrten
Städtereise

Kreuzfahrt Südamerika um Kap Hoorn Rund um Südamerika mit der Celebrity Infinity

Nach ca. 20 Kreuzfahrten sollte es nun eine besondere Route sein.
Meine Mutter wollte immer schon mal nach Südamerika und vor allem nach Chile. Also haben wir sehr frühzeitig (bereits 14 Monate im Voraus) die Südamerika-Umrundung von Buenos Aires nach Valparaiso mit der Celebrity Infinity gebucht. Gelohnt hat sich das Frühbucherangebot auf jeden Fall, bei Buchung einer Außenkabine oder höherwertiger, gab es das Getränkepaket „Classic“ kostenlos dazu. Hierzu später mehr.
Außerdem hatte ich bis jetzt höchstens mal Windstärke sechs erlebt, und bei Kap Hoorn darf man ja auf entsprechendes Wetter und Seegang hoffen.

Auf geht’s!
Abends Flug mit der brasilianischen TAM von Frankfurt via Sao Paulo zum Stadtflughafen von Buenos Aires (Jorge Newberry, beim Stadtzentrum).
Gebucht wurden die Flüge über Dertour, da dann das Rail&Fly-Ticket inkludiert war.
Für mich mit meinen 1,86 Körpergröße war der Sitzabstand wirklich in Ordnung. Das Inflight-Entertainment bietet zahlreiche Filme und auch Spiele, Langeweile ist also nicht zu erwarten. Der Service sowie Qualität und Quantität der Speisen waren jedoch nicht besonders gut. Es gab viel zu wenig zu trinken, man sollte sich also eine Flasche Wasser am Flughafen kaufen.

Buenos Aires
Nach Ankunft und sehr zügiger Gepäckausgabe ca. 10minütige Taxifahrt zum Hotel Ibis Obelisco.  Dieses liegt sehr zentral und perfekt in der Innenstadt unweit des Obelisken und der „Avenida 9. Juli“. Somit kann man den Großteil aller Sehenswürdigkeiten zu Fuß abklappern. Wer Komfort erwartet, sollte auf das Novotel nebenan, oder auf eine andere Alternative ausweichen. Das Ibis bietet eine günstige Übernachtungsmöglichkeit inkl. kontinentalen Frühstück, mehr nicht.
Kleine, renovierungsbedürftige Zimmer mit schlichter Ausstattung. Das Personal spricht bis auf ein paar Ausnahmen so gut wie kein Englisch und ist auch nicht sonderlich bemüht. Da wir sehr frühzeitig gebucht haben, kostete das Doppelzimmer weniger als € 50,- und somit war das Preis-Leistungsverhältnis trotzdem ok.

Die Innenstadt mit dem Teatro Colon oder dem Casa Rosada sowie dem noch recht neuen Hafenviertel „Puerto Madero“ (ehemaliger Hafen) sind vom Hotel bequem fußläufig zu erreichen, ebenso das Tangoviertel „San Telmo“.
Hier gibt es schöne alte Gebäude und kopfsteingepflasterte Straßen zu entdecken.
Zum Stadtteil Boca mit seinen bunten Häuschen nimmt man am besten ein Taxi. Hier dominieren die Farben gelb und blau der „Boca Juniors“
Das Stadion vom ehemaligen Club Diego Maradonas liegt eingebettet zwischen den Wohnhäusern. Ein Fußballspiel dort live zu sehen ist sicherlich ein Erlebnis. Jedoch nicht das Lokalderby gegen den Erzfeind River Plate. Dann gibt es regelmäßig Straßenschlachten mit vielen Verletzten.

Zum Schiff:
Die Infinity ist nicht mehr ganz neu, Baujahr 2001 in der Meyer Werft, 91.000 BRZ bei 2170 Passagieren. Somit ist mehr als ausreichend Platz für alle.
Celebrity gehört wie u.a. Azamara und Tui Cruises zum Royal Caribbean International Konzern.
Die öffentlichen Bereiche auf der Infinity wurden vor ca. drei Jahren renoviert und an das Design der neuen Solstice-Klasse angeglichen. Es gibt jedoch auch ein paar Ecken, an denen ein Eimer Farbe Wunder wirken würde. Die Speisen an Bord sind alle sehr gut und auf hohem Niveau. Bezahlen muss man allerdings an Bord recht ordentlich: Cola USD 3, Bier ca. 6, Glas Wein ca. 8-11 Dollar (alles jeweils zzgl. 18% Servicecharge)
Unser Getränkepaket war wie bereits erwähnt kostenlos enthalten. Für Spätbucher bzw. an Bord kostet es 50 Dollar pro Person und Tag zzgl. 18% Tax und kann nur für die gesamte Kreuzfahrt gebucht werden.  Das ist schon eine ganze Menge, gelohnt hätte es sich dennoch. Die Weine sind ordentlich und bei Tee und Kaffee gibt es eine tolle Auswahl. Einzig Liebhaber deutscher und europäischer Biere werden mit dem Paket nicht besonders glücklich werden.

Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend. Beim Abendessen werden wir von Edwin aus Peru und Naumche aus Mazedonien bedient, beide sind überaus freundlich und sehr aufmerksam. Auch an den Bars sind alle „auf zack“ und kennen bereits nach drei Tagen unsere persönlichen Vorlieben.
Im Vergleich zu anderen Reedereien geht es an Bord recht ruhig zu. Es gibt kaum Borddurchsagen. Der Wellnessbereich ist dem Schiffsalter entsprechend etwas mager, das Fitnessstudio überrascht durch neuste Geräte. Ansonsten ist das Bordleben ähnlich wie auf anderen Schiffen. Jeden Abend eine entsprechende Show im Theater, Musical, Zauberer usw. Die Eigenproduktionen sind stimmlich und tänzerisch sehr gut, wesentlich besser als z.B. bei TUI Cruises. Allerdings klar auf den amerikanischen Geschmack ausgerichtet. Das Durchschnittsalter an Bord ist gefühlt so Ende 60. Viele Rentner, aber wenig „richtig“ alte Leute, ein paar Kinder. Erstaunlich viele bleiben nach dieser Kreuzfahrt noch an Bord und fahren die Pazifikküste rauf und durch den Panamakanal bis nach Ft. Lauderdale.
Das Publikum ist international mit Schwerpunt auf Nord- und Südamerikaner sowie einige Asiaten und Australier. Bei den Europäern bilden die Deutschen, Schweizer und Israelis die größten Gruppen. Da wir so früh gebucht haben, hatten wir die freie Auswahl bei der Lage der Kabine. Wir haben uns für eine Außenkabine auf Deck 2 mittig zur Steuerbordseite entschieden. Je mittig und tiefer die Kabine, desto weniger schaukelt es.

Montevideo, Uruguay.
Das Schiff liegt sehr zentral im Hafen unterhalb der Altstadt.
Man kann bequem alles zu Fuß erkunden. Das Fremdenverkehrsbüro ist am Hafenausgang mit einem Stand und kostenlosen Stadtplänen vertreten, die bereits Vorschläge für einen Stadtspaziergang mit allen Sehenswürdigkeiten aufweisen. In zwei bis drei Stunden hat man gemütlich alles gesehen.

Punta del Este, Uruguay
Punta del Este ist einer der angesagtesten Badeorte in Südamerika, so eine Mischung aus Sylt und Monte Carlo mit entsprechenden Preisen.
Es gibt eine kleine Altstadt mit einem alten Leuchtturm und im Anschluss diverse große Appartementsilos mit sicherlich schönem Ausblick. Entweder auf den Atlantik oder zur anderen Seite auf den Rio de la Plata, der hier sicherlich eher ein Meer als ein Fluss ist..

Puerto Madryn, Argentinien
Ausgangspunkt für Touren zu der weltgrößten Pinguinkolonie Punta Tomba oder zur Halbinsel Pininsular Valdes. Wir haben uns für einen Ausflug zur Peninsula Valdes entschieden. Hier gibt es neben kleineren Pinguinkolonien auch Seelöwen sowie die einzige Kolonie von Seeelefanten weltweit, die sich auf dem Festland und nicht auf einer Insel befindet. Insgesamt 6 Stunden Fahrt über größtenteils Schotterpisten. So spannend das maritime Leben hier aus sein mag, die Landschaft ist sterbenslangweilig. Patagonische Wüste mit Sträuchern und Büschen soweit das Auge reicht. Ab und zu sieht man ein paar wilde Guanacos.
Die verschiedenen Beobachtungspunkte für Pinguine, Seelöwen und Seeelefanten sind zwar recht weit weg von den Tieren, aber die freie Wildbahn ist eben kein Zoo. Fernglas und Teleobjektiv nicht vergessen! Die beste Jahreszeit für die Tierbeobachtungen ist sicherlich Oktober bis Januar. Besonders für die Pinguine waren wir im März etwas spät dran.

Kap Hoorn
Kaum eine Seepassage ist so berühmt-berüchtigt. Auch wenn ich mir etwas mehr Seegang erhofft habe (wenn nicht hier, wo sonst???), der Wind bläst stürmisch und eisig bei 6 Grad mit bis zu 60 km/h. Schroff ragt der südlichste Punkt Amerikas empor. Im Vergleich zu den vereinzelten Segelbooten um uns herum geht es an Bord der Infinty natürlich sehr komfortabel und quasi schaukelfrei zu, dennoch ist die Kulisse absolut respekteinflößend.
Binnen 15 Minuten wechselt das Wetter von Sonne zu Regen, von Wind zu Sturm und eisigem Regen und wieder zurück.
Auch wenn es eigentlich ja nur ein hoher schroffer Felsen im Wasser ist, Kap Horn ist z.B. neben dem Panamakanal definitiv ein Ziel, dass man als Kreuzfahrer früher oder später mal erlebt haben muss. Eine tolle Erfahrung!

Ushuaia, Argentinien
Ushuaia ist, Tourismus und Marketing sei Dank, ganz offiziell das Ende der Welt.
Mit rund 80.000 Einwohnern und einem internationalen Flughafen größer und moderner als erwartet, bietet die Stadt alles, was man am Ende der Welt halt so braucht. Neben diversen Reisebüros für Touren zu Lande, zu Wasser und per Hubschrauber, Geschäften für Souvenirs, sämtlichen Outdoor-Bedarfs usw. gibt es den Fußballclub, etwas weiter außerhalb den Rugby-Club und noch etwas weiter sogar einen Golfplatz. Das Klima liegt ganzjährig stabil zwischen -5 und + 10 Grad, die Landschaft ist von großen Buchenwäldern geprägt.
Uns erwartet eine Kombination aus dem Nationalpark „Tierra del Fuego“ und einer Katamaranfahrt durch den Beagle-Kanal. Die Sonne meint es gut mit uns und die Berge und der Naqtionalpark sind wirklich sehr sehenswert. Hier endet sie nach 17.848 Kilometern an einem wenig spektakulären Wendehammer aus Schotter: Die Panamericana. Von hier aus geht es nur noch per Boot weiter, welches uns an Ushuaia vorbei zu den Brutkolonien der Kormorane und zu einer Kolonie Seelöwen führt.
Nach unserem Ausflug in Puerto Madryn ist es die zweite Begegnung mit den an Land doch sehr putzig und unbeholfen wirkenden Tieren. Und auch hier gilt: immer der Nase nach. Der Geruch lässt eigentlich die hundertfache Anzahl an Tieren erwarten.

Punta Arenas, Chile
Heute wollten wir eigentlich Fuß auf chilenischen Boden setzten. Bereits beim Aufstehen und Blick aus dem Fenster wird jedoch klar, dass das wohl nichts wird. Punta Arenas ist für große Schiffe nur mit Tenderbooten zu erreichen. Bei sehr starkem Wind und über zwei Meter hohen Wellen ist das sichere Besteigen der Tenderboote einfach nicht möglich. Kurze Zeit später erfolgt dann auch die entsprechende Durchsage, dass ein Landgang nicht möglich ist. Schade, aber nicht zu ändern. Die Infinity liegt jedoch ruhig im Wasser, allerdings haben wir Schlagseite. Der Wind bläst so stark, dass man beim Frühstück auf Deck 10 in den linken Fenstern nur Wasser sieht und rechts etwas Land und viel Himmel.
Uns erwartet also ein weiterer Seetag.

Puerto Montt, Chile
Viele Deutsche sind nach Chile ausgewandert, besonders viele nach Puerto Montt. Hier ist alles dreisprachig (Spanisch, Deutsch und Englisch) und man sieht an jeder Ecke irgendeinen deutschen Namen. Viele Häuser sind aus Holzschindeln gebaut, es erinnert an den Harz oder das Sauerland. Wir machen eine Wanderung durch Wald, Wiesen und Lava-Landschaften entlang des Osorno-Vulkans zu den Petrohue-Wasserfällen.

Valparaiso / Santiago de Chile
Nach Ankunft und Ausschiffung kurze Taxifahrt zum Busbahnhof. Von hier aus fahren alle 20 bis 30 Minuten Reisebusse nach Santiago.
Es gibt drei große Unternehmen für Überlandfahrten in Chile. Wir nehmen „Tur-Bus“ und zahlen für knapp zwei Stunden Fahrt bis Santiago vier Euro.
Kurz hinter Valparaiso gibt es durch den seit Wochen ausbleibenden Regen viele Waldbrände. In Santiago wohnen wir im sehr zentral gelegenen Mercure Hotel. Im Gegensatz zum Ibis in Buenos Aires erwartet uns ein großes Zimmer, viel Komfort, nette Mitarbeiter und sogar eine Dachterrasse mit Pool. Sehr schön!
Nachmittags erkunden wir die Stadt. Santiago bietet zwar nicht ganz so viele Sehenswürdigkeiten wie Buenos Aires, ist aber trotzdem interessant und mit diversen Parks überraschend grün.

Es war eine sehr schöne und erlebnisreiche Reise. Durch die vielen Seetage kommt die Entspannung auch nicht zu kurz. Wer die lange Anreise in Kauf nimmt, wird also mehr als belohnt.

  • : Rund um Südamerika mit der Celebrity Infinity
  • : AR
  • : 4 Sterne
  • : Flugzeug
  • SAM_4272 SAM_4056 SAM_4309 SAM_4166

Bilder

SAM_4272SAM_4056SAM_4309SAM_4166

Weitere Reiseberichte

Kreuzfahrt auf der neuen Mein Schiff 1

Kreuzfahrt-Neuheiten

Was ist neu? Die neue Mein Schiff 1 ist vom[…..]

Kreuzfahrt Südamerika um Kap Hoorn

Rund um Südamerika mit der Celebrity Infinity

Nach ca. 20 Kreuzfahrten sollte es nun eine besondere Route[…..]

Dominikanische Republik

Geheimtipp Samana

Die Halbinsel Samana – Das sind schöne Strände, an denen[…..]

> zurück zur Übersicht